HolyManoly

Photography

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Sensorreinigung

 

slrbildsensorSpiegelreflexkameras bieten die Möglichkeit die Objektive zu wechseln. Dadurch entsteht allerdings auch das Problem, dass Staub und Schmutzpartikel bei digitalen Spiegelrelexkameras ihren Weg zum Sensor finden können.

Als Besitzer einer digitalen Spiegelreflexkamera sollte man sich darauf einstellen den Sensor, je nach Gebrauch, alle paar Monate zu reinigen.

In diesem Workshop möchte ich euch zeigen, wie man dieses Problem erkennt, und ich möchte ebenfalls diverse Möglichkeiten vorstellen mit denen man die Verschmutzungen auf dem Sensor beseitigt.

 

Hinweis :

Der Bildsensor einer Kamera ist ein sehr empfindliches Bauteil. Dieser Workshop bietet lediglich Vorschläge zur Sensorreinigung. Sollten Schäden am Sensor durch die Reinigung in Eigenregie auftreten wird keinerlei Haftung übernommen!

Wie erkenne ich ob mein Sensor verdreckt ist?

Ob der Sensor verdreckt ist kann man oft beim genaueren Betrachten der Bilder erkennen. Flecken im Bild deuten darauf hin dass eine Reinigung anstehen sollte.

Will man es genauer wissen, so kann man den Dreck am besten erkennen, wenn man bei kleinster Blendenöffnung (höchster Blendenzahl) eine weiße Wand oder ein weißes Blatt papier fotografiert. Sind da Flecken zu sehen die auf dem Realen Objekt nicht zu sehen sind, dann ist das ein Anzeichen dafür dass der Sensor dreckig ist.

Wie komme ich an den Sensor ran?

Alle digitalen Spiegelreflexkameras bieten eine Funktion zur Sensorreinigung. Dabei klappt der Spiegel hoch und dann liegt der Sensor frei. Bei manchen Kameras muss für diese Funktion die Kamera am Stromnetz angeschlossen sein, sodass der kamera der Strom nicht ausgehen kann.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit die Bulb Funktion zur Reinigung zu benutzen. Sobald man den Auslöser drückt klappt der Spiegel ebenfalls hoch und bleibt in dieser Position solange man den Auslöser gedrückt hält.

Die Reinigungsfunktion ist allerdings der Methode mit der Bulbfunktion klar vorzuziehen! Die Bulbfunktion ist zur Langzeitbelichtung gedacht was dazu führt dass der Sensor aktiv ist. Das führt wiederum dazu dass der Sensor sich statisch auflädt und dies zieht Staub an. Bei der Reinigungsfunktion der Kamera ist der Sensor inaktiv und kann sich dadurch nicht statisch aufladen.

Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Batterien der Kamera vollständig geladen sind, bzw. dass eine Stromversorgung z.B. durch ein Netzteil gesichert ist. Wenn der Kamera der Strom ausgeht könnte der Spiegel wieder runterklappen während man noch am Sensor rumhantiert, und das könnte fatale Folgen haben!

Sollte ein Batteriegriff an der Kamera angebracht sein, so sollte man darauf achten dass dieser auch sicher und fest angebracht ist.

Die Kamera sollte zudem auf einem festen Untergrund gelegt werden, oder fest an einem Stativ verschraubt sein. Wenn die Kamera rumfliegt hilft es nicht sonderlich bei der Reinigung, bzw. eventuell hat es sich mit der Reinigung auch ganz erledigt.

 

Sensor abblasen :

Die meisten Hersteller empfehlen das regelmäßige Abblasen von Verunreinigungen auf dem Sensor mit einem Blasebalg. Jedes Fotofachgeschäft bietet Blasebalge für Kameras ab ca. 10€ an. Ebenfalls bewährt haben sich Klistierspritzen der Größe 5 aus der Apotheke. Diese müssen aberunbedingt talkumfrei sein!

Zum Abblasen sollte man nicht zu tief in die Kamera eindringen, und auf gar keinen Fall den Sensor oder den Verschluss berühren! Dies kann zu Schäden führen.

Diese Methode ist bei regelmäßiger Anwendung äußerst wirksam, da Verunreinigungen mehr haften je länger diese sich auf dem Sensor befinden.

Andere Methoden zum Abblasen :

  • Sensor mit dem Mund auszupusten sollte man vermeiden. Dadurch kommt fast immer Spucke mit und das ist schwerer zu entfernen als Staub.
  • "Druckluftsprühdosen" eignen sich ebenfalls weniger zum Auspusten des Sensors. Diese Druckluft besteht meist aus verflüssigtem Propan- oder Butangas und dies kann unter Umständen austreten. Die austretende Flüssigkeit kann auf dem Sensor sofort gefrieren und zu größeren Schäden führen.
  • Druckluft aus einem Kompressor kann Öl enthalten. Zudem laufen viele Kompressoren aus Werkstätten mit einem Druck von 6-10 Bar. Dies ist deutlich zu viel für die sensiblen Sensoren einer Kamera!
  • Wer Zugang zu einer Zahnarztpraxis hat kann dort Druckluft aus dem "Folterwerkzeugkasten" holen. Die Kompressoren sind auf 1-2 Bar runtergeregelt geben aus hygienischen Gründen nur reinste Luft ab. OP-Lampen, und OP-Mikroskope dürfte hier die Arbeit zudem noch erleichtern.
  • Die Luft aus einem Tauchkompressor ist ebenfalls absolut rein.

Da sich Staub auch in unerreichbaren Stellen in der Kamera ansammeln kann, empfiehlt es sich nach dem Abblasen das Objektiv wieder Aufzusetzen, ein ein paar mal (10mal oder mehr) auszulösen, und dann nochmal gründlich abzublasen. Jeder "Spiegelschlag" kann Verunreinigungen lösen, und diese kann man dann wieder abblasen.

 

Sensor absaugen :

Es ist ebenfalls möglich die Verunreinigungen auf dem Sensor abzusaugen. Dabei ist allerdings höchste Vorsicht geboten!

Es empfiehlt sich dabei einen Mini-Staubsauger zu benutzen das keine all zu große Saugkraft besitzt. Zu empfehlen sind die Tastatur-Sauger die es für etwa 5€ in Elektronikmärkten zu Kaufen gibt.

Hausstaubsauger eignen sich keinesfalls dazu den Sensor von Verunreinigungen zu befreien, da diese viel zu stark sind und schnell zu Schäden führen können.

 

Reinigung mit (Nylon-) Pinsel :

Es gibt spezielle Pinsel zur Sensorreinigung. Diese sind meist aus Nylon oder einem anderen Kunststoff gefertigt. Die Preise für einen solchen Pinsel betragen meist 30-40€. Es gibt allerdings auch spezialpinsel mit Zusatzfunktionen welche die 100€-Marke deutlich sprengen. Diese haben aber durch statische Aufladung eine sehr gute Reinigungswirkung.

Einige Fotografen haben manche Künstler- oder Kosmetikpinsel für sich entdeckt, da diese für bedeutend weniger Geld zu haben sind, und auch noch ähnliche Reinigungswirkung haben wie die teuren Spezial-Foto-Pinsel. Dabei sollte man jedoch darauf achten dass diese Pinsel aus weichen Nylonfasern bestehen. Zudem sollte man darauf achten dass die Pinsel 100%ig sauber sind. Damit die Pinsel im Laden besser aussehen werden diese oft in der Fabrik mit Stärke getränkt. Die Pinsel kann man mit warmem klaren Wasser oder mit milder Seifenlauge ausspülen und etwa einen Tag lang trocknen lassen. Man kann dann auf einem sauberen vergüteten Filter austesten ob der Pinsel richtig sauber geworden ist. Wenn nach 10-20 Pinselstrichen keine Verunreinigungen auf dem Filter zu sehen sind, dann ist dieser sauber genug für die Arbeit am Sensor.

Pinsel aus Tierhaaren sind nicht geeignet, da diese Rückstände hinterlassen können, und sich nicht statisch aufladen.

 

Feuchte Reinigung :

Bei dieser Methode wird ein mit einer Reinigungsflüssigkeit getränktes weiches Tuch das meist um einen kleinen Kunststoffspachtel gewickelt ist zum Reinigen des Sensors benutzt. Bei dem "Spachtel" muss es sich um Kunststoff handeln. Metallische, oder sehr harte Gegenstände führen auch mit einem Tuch umwickelt unweigerlich zu Schäden am Sensor. Es gibt schon fertig verpackte Sets bei denen man einfach loslegen kann.

Bei der Reinigungsflüssigkeit handelt es sich meist aus hochreinem Methylalkohol (Methanol). Dieses ist in Apotheken zu einem Bruchteil vom Preis der Reinigungsflüssigkeiten von Fotozubehörherstellern zu haben. Allerdings gibt es Methyalkohol nicht in jeder Apotheke, da dieses Zeug hochgiftigist und eine Menge von 5-50g schon sehr gefährlich werden kann für einen erwachsenen Menschen. Nicht jeder Apotheker wird an einen x-beliebigen Kunden verkaufen.

Als Alternative wird gerne Isopropanol verkauft. Dieser Alkohol hat allerdings den Nachteil dass er Wasser aus der Luft zieht, und dies kann zu Schlieren auf dem Sensor führen die dann sehr schwer zu beseitigen sind.

Als Alternative zum Tuch werden auch gerne die Q-Tips genommen. In Foren empfiehlt man ausdrücklich die originalen zu kaufen, weil die "Kopien" wohl fusseln. Viele Fotografen benutzen diese Q-Tips zum Reinigen des Sensors und sind damit sehr zufrieden. Man sollte sich allerdings bewusst sein dass Schlieren auf dem Sensor enstehen können, wenn Staub oder sonstige Verunreinigungen vorher auf dem Q-Tip waren.

 

Sensorreinigung mit Discofilm :

Discofilm dient ursprünglich zur Reinigung von Schallplatten. Beim Discofilm handelt es sich um eine dickflüssige durchsichtige Flüssigkeit die innerhalb einer Stunde trocknet. Nach dem Trocknen bildet es eine reißfeste Folie die sich absolut rückstandslos entfernen lässt.

Bei dieser Methode wird mit einem kleinen Pinsel Discofilm auf die gesamte Fläche des Sensors aufgetragen. Die Benutzung des Pinsels verursacht keinerlei Schäden, da Discofilm die Haare des Pinsels komplett einschließt und dadurch der Pinsel keinen Kontakt zum Sensor hat. Man sollte allerdings darauf auchten Discofilm nur auf den Sensor aufzutragen, da sich die Folie unter Umständen dann nicht vollständig abziehen lässt und eventuell den reibungslosen Betrieb der Kamera erheblich stören kann. Man lässt die Flüssigkeit auf dem Sensor erstmal trockenen. Danach nimmt man einen kleinen Streifen Papier, und befestigt diesen mit einem Tropfen Discofilm auf der bereits getrockneten Discofilmfolie an einer Ecke des Sensors. Man sollte darauf Achten dass nur ein kleines Stückchen des Papierstreifens an einer Ecke des Sensors mit Discofilm angeklebt wird. Diese Lasche dient dazu die Discofilmfolie danach abzuziehen. Die Folie lässt sich absolut rückstandslos abziehen, und hat alle Staub- und Dreckteilchen eingeschlossen. Der Sensor ist dann absolut sauber.

Diese Methode gilt fast schon als Geheimtipp und dürfte die gründlichste Art sein den Bildsensor zu reinigen.

Integrierte Lösungen :

Die meisten Hersteller bemühen sich Staub und Dreck auf dem Sensor vorzubeugen. Durch besonders widerstandsfähige Materialien wird Abrieb innerhalb der "Sensorkammer" vermieden, dadurch wird die Entstehung von Staub reduziert. Zum Anderen werden Materialien benutzt die Staub und Verunreinigungen abstoßen, oder vermeiden dass sich Dreck festsetzen kann. Dies wird durch Antistatische Materialien erreicht. Manche Kameras bieten eine "Self-Cleaning-Sensor-Unit" Technik, die Verunreinigungen vom Sensor "abschüttelt". Dies wird durch hochfrequente Schwingungen des Sensors erreicht. Je nach Kamerahersteller wird dieser Vorgang beim Einschalten, und Ausschalten der Kamera wiederholt. Eine weitere Möglichkeit sind die so genannten Dust-Delete-Systeme. Diese Technik erkennt die Position jedes Staubkörnchens auf dem Sensor und die Felcken auf dem Bild werden mit Hilfe eines speziellen Programms kompensiert. Dies ist allerdings keine langfristige Lösung, da der Dreck weiter auf dem Sensor verweilt.

 

Fazit :

Es gibt viele Mgöichkeiten den Sensor von Dreck zu befreien. Allerdings sollte man sich bei manchen Techniken über das Risiko klar sein. Der Sensor ist ein sehr empfindliches Bauteil dessen Austausch eine teure Angelegenheit ist!

Ich persönlich habe gute Erfolge mit der Kombination des Kamerainternen "Abschüttelns" mit gleichzeitigem Abblasen mit einem Blasebalg gemacht. Wenn man dies regelmäßig wiederholt dann dürfte man recht gut vor Schmutz geschützt sein. Man sollte auch beim Objektivwechsel darauf achten das Innere der Kamera möglichst kurz der Außenwelt auszusetzen. Man sollte sich Vor dem Abschrauben gut überlegen welches Objektiv man weiter verwenden möchten und die Objektive dann zügig, aber nicht hastig wechseln. Je weniger man zögert, desto weniger Dreck kann auf den Sensor landen.