Eines der vielen Vorzüge der Spiegelreflexkameras ist sicherlich die Möglichkeit die Objektive zu wechseln. Daraus resultiert eine enorme Variabilität was die Brennweite betrifft, sofern die Brieftasche diesen finanziellen Aufwand unverletzt verkraftet.
Der entscheidende Nachteil des Objektivwechsels ist die Tatsache dass bei dem Vorgang der Sensor der Außenwelt ausgesetzt ist. Dadurch können Staub und andere Verunreinigungen sich auf Sensor oder sonstige Innereien der Kamera absetzen. Je nach Stärke der Verschutzung können die Reinigungsvorrichtungen der Kameras nicht sehr viel dagegen tun. Eine gründliche Reinigung ist dann vonnöten, die meist mehr Vorsicht als Geduld bedarf, oder etwa 40€ bei in einem Fachhandel kosten kann. Beim Objektivwechsel kann man dies jedoch vermeiden.
Tipps zum Objektivwechsel :
- Eine möglichst staubfreie Umgebung mindert die Gefahr dass Staub in die Kamera eindringen kann.
- Man sollte sich vor dem Wechsel gut überlegen welches Objektiv man nutzen möchte. Wenn man sich während des Wechsels erst Gedanken macht, vergeht Zeit in der die Kamera der Außenwelt, und damit auch eventuell Staub und Dreck ausgesetzt ist.
- Bevor man das Objektiv auf der Kamera abschraubt sollte man den Objektivrückdeckel des benötigten Objektivs abschrauben damit man das Objektiv dann direkt aufschrauben kann. Ein Objektiv ist einfacher zu reinigen als die Kamerainnereien. Es gibt dazu spezielle Pinsel die in Fachhandel für etwa 12€ zu haben sind.
- Der wechsel sollte trotz der nötigen Vorsicht für die teuren Objektive zügig aber nicht hektisch vollzogen werden. Mit der Zeit fällt einem der Wechsel immer leichter und kann immer zügiger vollzogen werden.
- Die Kamera sollte nach unten zeigen sodass möglichst kein Staub in die Kamera eindringt. Staub ist immer mindestens minimal leichter als Luft und tendiert dadurch eher zum Absinken.
- Niemals die Objektive auf dem Bajonettanschluss liegen lassen da dadurch Dreck auf dem Anschluss haften könnte und die Kontakte zusetzen kann, oder der Dreck in die Kamera gelangen könnte.
Temperaturunterschiede und Feuchtigkeit :
Generell ist es kein Problem wenn man mit einer warmen Kamera in eine kalte umgebung kommt. Wenn man allerdings mit einer kalten Kamera in eine Warme umgebung wechselt besteht die Gefahr dass das Wasser in der Umgebungsluft an der Kamera kondensiert. Da empfiehlt es sich abzuwarten bis die Temperatur der Kamera sich der Umgebung angeglichen hat. Man sollte damit rechnen dass es je nach Temperaturunterschied etwa eine Stunde dauert.
Bei tropischem Klima sollte man möglichst auf einen Wechsel verzichten. Wenn man ein Tropenhaus besucht empfiehlt es sich vor dem Eintreten den Objektivwechsel durchzuführen. Wenn man sich im Amazonas verirrt ist ein "Reisezoom" sehr von Vorteil.
Beim Objektivwechsel im Kalten (unter 0°C) sollte man unbedingt darauf achten dass der eigene feuchte Atem nicht in die Kamera gelangt. Dieser beschlägt ziemlich schnell auf dem Sensor. In Härtefällen kann das Wasser dann gefrieren, und dies kann Schäden am Sensor verursachen. Mit Härtefälle sind extreme umgebungstemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt in zweistelligen Minusbereichen gemeint.
Im Urlaub oder bei Reisen werden "Reisezooms" gerne verwendet. Diese decken einen sehr hohen Brennweitenbereich ab und verhindern dadurch dass das Objektiv gewechselt werden muss. Diese haben allerdings den Ruf eher niedrigere Abbildungqualitäten zu haben. Zudem ist die Technik die in so einem Objektiv steckt sehr aufwändig, was sich meist sehr deutlich im Preis wiederspiegelt.
Man sollte sich nicht all zu viel Sorgen um den Objektivwechsel machen. Im Prinzip ist dieser einfach, und mit ein wenig Übung klappt diese immer schneller und sicherer. Bei genügender Vorsicht kann nur bei einem Sandsturm, Monsunregen oder wenn 100m neben einem ein Gebäude einstürzt so viel Dreck in der Kamera entstehen sodass die Kamera innerlich total verdreckt. Es gelangt allerdings immer eine kaum wahrnehmbare Menge Staub in die Kamera beim Objektivwechsel, sodass jeder Besitzer einer digitalen Spiegelreflexkamera sich darauf einstellen muss jegelmäßig das Innre wenigstens mit einem Blasebalg abzublasen. Wenn man ein paar kleine Tricks im Hinterkopf behält kann man diese Menge an Staub möglichst klein halten, und man hat länger Spaß an einer sauberen Kamera. Lasst euch bloß nicht den Spaß ans Fotografieren mit einer Spiegelreflex nehmen. Der Objektivwechsel ist nunmal eines der vielen Reize an dieser Technik.


